Welche Arbeiten soll der Bohrhammer erledigen?

Ein Bohrhammer eignet sich vor allem für Beton, Stein und Mauerwerk. Je nach Modell kann er auch meißeln. Überlege zuerst, ob du einzelne Löcher für eine Montage bohren, viele Löcher hintereinander setzen oder Putz und Fliesen entfernen willst. Für gelegentliche Dübellöcher genügt meist ein anderes Gerät als für größere Öffnungen oder längere Meißelarbeiten.

Prüfe auch, welche Bohrer und Meißel du brauchst. Viele Bohrhämmer verwenden eine SDS-Aufnahme. Bei manchen Modellen lässt sich das Futter wechseln, damit auch Bohrer mit rundem Schaft passen. Ob ein Gerät für Holz oder Metall geeignet ist, steht in den Angaben des Herstellers. Verlasse dich dabei nicht allein auf die Bezeichnung „Bohrhammer“.

SDS-plus oder SDS-max?

SDS-plus und SDS-max sind zwei Arten von Aufnahmen, in die du Bohrer und Meißel am Bohrhammer einsetzt. Das Werkzeug muss zur Aufnahme des Bohrhammers passen. Zugleich gibt die Aufnahme einen groben Hinweis auf die Gerätegröße und den vorgesehenen Einsatz: SDS-plus findet sich häufig bei handlichen Geräten für Montagebohrungen, SDS-max bei größeren Bohrhämmern für anspruchsvollere Arbeiten.

Die Aufnahme allein sagt aber nicht genau, welchen Bohrdurchmesser das Gerät schafft. Auch SDS-plus-Geräte gibt es mit unterschiedlichen Arbeitsbereichen, und einzelne Modelle eignen sich laut Herstellerangaben für armierten Beton. Vergleiche deshalb immer die technischen Angaben des konkreten Geräts. Wenn du überwiegend kleinere Löcher bohrst, beginne mit SDS-plus-Modellen. Bei großen Durchmessern und häufigem, kräftigem Meißeln solltest du SDS-max-Geräte prüfen.

Bohrdurchmesser vergleichen

Achte auf den optimalen Bohrbereich des Herstellers. Er zeigt, für welche Durchmesser das Gerät besonders ausgelegt ist. Der maximale Durchmesser beschreibt dagegen die obere Grenze einer bestimmten Anwendung. Ein Bohrhammer, der ein großes Loch bewältigt, arbeitet dort nicht automatisch am effizientesten.

Bosch nennt für den Akku-Bohrhammer GBH 18V-26F einen Beton-Bohrbereich von 4 bis 26 Millimetern und einen optimalen Bereich von 8 bis 16 Millimetern. Hilti gibt für das SDS-plus-Modell TE 8-22 einen optimalen Bereich von 6 bis 18 Millimetern an. Für das TE 30-22 nennt der Hersteller 10 bis 22 Millimeter. Diese Beispiele zeigen, dass die konkreten Werte je nach Modell auseinanderliegen.

Modellbeispiel Aufnahme und Stromversorgung Herstellerangaben
Bosch GBH 18V-26F SDS-plus, Akku Beton mit Hammerbohrer: 4 bis 26 mm, optimal 8 bis 16 mm
Hilti TE 8-22 SDS-plus, Akku Optimaler Schlagbohrbereich: 6 bis 18 mm
Hilti TE 30-22 SDS-plus, Akku Optimaler Schlagbohrbereich: 10 bis 22 mm
Bosch GBH 5-40 D SDS-max, Kabel Beton mit Hammerbohrer: 12 bis 40 mm
Hilti TE 60-AVR SDS-max, Kabel Schlagbohrbereich: 12 bis 100 mm

Die Tabelle zeigt Angaben der Hersteller, keine Ergebnisse eines unabhängigen Vergleichstests. Für große Öffnungen solltest du zusätzlich prüfen, welches Werkzeug der Hersteller vorsieht. Hammerbohrer, Durchbruchbohrer und Hohlbohrkronen haben je nach Modell unterschiedliche Einsatzbereiche und Maximaldurchmesser.

Joule und Watt richtig einordnen

Die Schlagenergie gibt an, wie viel Energie der Bohrhammer bei jedem Schlag überträgt. Hersteller geben sie in Joule an. Sie sagt allein aber nicht voraus, wie schnell das Gerät in deiner Wand arbeitet. Auch Bohrerdurchmesser und Zustand des Bohrhammers beeinflussen dein Arbeitstempo. Dazu kommen der Akku und die Bedingungen vor Ort. Mehr Druck gegen die Wand zu geben, beschleunigt das Bohren laut Herstellerhinweisen nicht.

Vergleiche daher zusätzlich den optimalen Bohrbereich, die Schlagzahl, das Gewicht und die vorgesehenen Betriebsarten. Joule-Werte verschiedener Marken solltest du nicht als genaue Rangliste lesen, wenn die Messbedingungen nicht eindeutig vergleichbar sind. Wattzahl und Schlagenergie sind nützliche Daten, ersetzen aber nicht den Blick auf die geplante Arbeit.

Akku oder Kabel?

Ein Akku-Bohrhammer ist praktisch, wenn du an wechselnden Orten arbeitest oder Bewegungsfreiheit brauchst. Besitzt du bereits Akkus und ein Ladegerät derselben Plattform, kann das die Anschaffung vereinfachen. Prüfe trotzdem, ob Akku und Ladegerät im Lieferumfang enthalten sind und welche Laufzeit für dein Vorhaben realistisch ist. Wie lange der Akku hält, hängt von der Belastung und seinem Zustand ab. Auch die Temperatur spielt eine Rolle.

Ein kabelgebundenes Gerät passt eher zu längeren Serienarbeiten, wenn eine Steckdose verfügbar ist. Das ist nur ein grober Anhaltspunkt. Welches Gerät passt, hängt vom konkreten Modell und deinem Projekt ab. Vergleiche beim Einkauf auch den Lieferumfang, denn Geräte ohne Akku oder Ladegerät haben andere Gesamtkosten als vollständige Sets.

Gewicht, Vibration und Staub beachten

Ein schwereres Gerät kann bei kräftigen Arbeiten sinnvoll sein, belastet Arme und Schultern aber stärker, besonders bei längeren oder über Kopf ausgeführten Bohrungen. Halte das Gewicht deshalb neben dem Bohrbereich fest, wenn du die Modelle vergleichst. Je nach Gerät gibt es außerdem Funktionen zur Vibrationsminderung oder Rückschlagkontrolle. Prüfe in den Produktangaben, welche davon tatsächlich vorhanden sind.

Beim Bohren in Beton entsteht Staub. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin empfiehlt, Staub möglichst direkt an der Entstehungsstelle abzusaugen. Für die Reinigung nennt sie einen Bau-Entstauber der Staubklasse M; Staub solltest du weder abkehren noch abblasen. Gerade in Innenräumen solltest du bei der Geräteauswahl auch an eine passende Staubabsaugung oder Absaugzubehör denken.

In älteren Gebäuden kommt ein weiterer Punkt hinzu: Bohr- und Meißelarbeiten können Fasern aus asbesthaltigen Baustoffen freisetzen. Wenn du einen solchen Baustoff vermutest, bohre nicht einfach los, sondern hole fachkundige Beratung ein.

So grenzt du die Auswahl ein

Notiere vor dem Kauf das Material und die häufigsten Bohrdurchmesser. Halte auch fest, wie viele Bohrungen ungefähr anfallen. Ergänze, ob du meißeln willst und ob du lange am Stück oder an wechselnden Orten arbeitest. Mit diesen Angaben kannst du zuerst nach Aufnahme und optimalem Bohrbereich filtern und danach Gewicht, Stromversorgung und Absaugmöglichkeiten vergleichen.

Für typische Montagebohrungen ist ein SDS-plus-Modell oft ein sinnvoller Startpunkt. Wenn dein Vorhaben große Löcher oder häufige Meißelarbeiten umfasst, prüfe SDS-max-Geräte und die dazugehörigen Werkzeugarten. Vergleiche die konkreten Modelle im Katalog außerdem nach Lieferumfang: Akku, Ladegerät, Bohrer und Meißel sind nicht bei jedem Angebot enthalten.