Ein Winkelschleifer ist ein Elektrowerkzeug, das du mit der Hand führst und dessen Scheibe sich schnell dreht. Welche Scheibe passt, hängt vom Material und von der Arbeit ab. Beachte die Betriebsanleitung für Gerät und Zubehör.
Zubehör passend zur Arbeit wählen
Lege zuerst fest, was du mit dem Gerät machen willst. Danach wählst du das passende Zubehör:
- Mit Trennscheiben trennst du Werkstücke, etwa Metallprofile.
- Schruppscheiben tragen Material ab und glätten Metall.
- Mit Bürsten lassen sich beispielsweise Rost oder alte Anstriche entfernen.
- Schleifblätter bearbeiten Oberflächen mit einem Stützteller.
Nutze das Zubehör nur, wenn der Hersteller es für dein Gerät und die geplante Arbeit freigibt. Eine Trennscheibe ist zum Trennen gedacht. Seitliches Schleifen oder Schruppen belastet sie falsch und kann sie beschädigen. Auch die Scheibe muss zum Material passen: Für Stein nutzt man bei handgeführten Winkelschleifern häufig Diamanttrennscheiben.
Scheibengröße und Gewicht
Scheiben mit 115 oder 125 Millimetern Durchmesser lassen sich leichter handhaben und eignen sich für kleinere Arbeiten. Größere Scheiben, etwa mit 230 Millimetern Durchmesser, kommen infrage, wenn du eine größere Schnitttiefe brauchst. Die Schnitttiefe hängt vom Gerät ab. Prüfe deshalb die Herstellerangabe, statt sie allein aus dem Scheibendurchmesser abzuleiten.
Auch das Gewicht spielt eine Rolle: Ein kabelgebundenes 125-Millimeter-Modell in der Bosch-DIY-Produktübersicht wiegt 1,9 Kilogramm, ein dort aufgeführtes 230-Millimeter-Gerät 4,2 Kilogramm. Das sind Modellwerte, keine allgemeingültigen Gewichte für diese Größen. Ein schwereres Gerät verlangt mehr Kraft und eine sichere Führung, besonders bei längeren Arbeiten.
Leistung und Drehzahl prüfen
Welche Leistung passt, hängt von Gerät, Zubehör und geplanter Arbeit ab. Beachte dazu die Herstellerangaben.
Eine regelbare Drehzahl ist sinnvoll, wenn das gewählte Zubehör oder der Werkstoff eine geringere Drehzahl verlangt. Sie macht eine Scheibe jedoch nicht automatisch für jedes Gerät geeignet. Halte die zulässige Höchstdrehzahl der Scheibe ein und vergleiche sie mit den Gerätedaten. Gerät, Zubehör und Werkstoff müssen zusammenpassen.
Kabel oder Akku wählen
Ein Akku-Winkelschleifer bietet Bewegungsfreiheit, etwa wenn du weit entfernt von einer Steckdose arbeitest. Bei längeren Einsätzen solltest du die Laufzeit, einen möglichen Ersatzakku und das Gesamtgewicht mit Akku berücksichtigen. Manche Hersteller geben das Gerätegewicht ohne Akku an, deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf die jeweilige Produktangabe.
Ein kabelgebundenes Modell erspart das Nachladen, schränkt aber den Bewegungsradius durch das Kabel ein. Einen allgemeinen Laufzeit- oder Leistungsvorteil für alle Akku- oder Netzgeräte gibt es nicht. Vergleiche die technischen Daten der Modelle, die für deine Aufgabe infrage kommen.
Ausstattung und Handhabung vergleichen
Prüfe vor dem Kauf, ob sich die Schutzhaube passend zur geplanten Arbeit einstellen lässt und ob ein Zusatzhandgriff vorhanden ist. Wie sicher du das Gerät führen kannst, hängt auch von seinem Gewicht und Griffumfang ab. Vibration spielt ebenfalls eine Rolle. Für längere Arbeiten sind ein Antivibrationshandgriff oder ein Autobalancer Ausstattungsmerkmale, die die Belastung durch Vibrationen verringern.
Rückschlagschutz oder Sofort-Stopp können die Folgen eines Rückschlags begrenzen. Ein Wiederanlaufschutz verhindert, dass das Gerät nach einer Stromunterbrechung selbstständig startet. Auch mit diesen Funktionen musst du das Gerät sicher führen. Wenn du regelmäßig trennst, achte außerdem auf eine Schutzhaube, die für diese Arbeit geeignet ist und dich vor der Scheibe abschirmt.
Sicher arbeiten
Spanne das Werkstück fest ein, statt es mit der freien Hand zu halten, und führe den Winkelschleifer mit beiden Händen. Die BGHM nennt das Festhalten des Werkstücks mit einer Hand als häufige Unfallursache. In ihrem Merkblatt beziffert sie den Anteil auf etwa 40 Prozent. Das Merkblatt erklärt nicht näher, auf welchen Daten die Zahl beruht.
Verwende die Schutzhaube und stelle sie so ein, dass sie dich schützt. Trage Schutzbrille und Gehörschutz sowie geeignete Kleidung und Schuhe. Prüfe vor dem Einsatz, ob Scheibe und Gerät unbeschädigt sind und ob die Scheibe für Werkstoff, Aufgabe und Drehzahl zugelassen ist. Beachte außerdem die Hinweise des Herstellers zum Einsetzen und zur Drehrichtung.
Beim Schleifen entstehen Staub und Funken. Plane eine geeignete Absaugung ein, wenn du länger arbeitest oder gesundheitsschädliche Beschichtungen schleifst. Beim Schleifen von Aluminium oder Magnesium warnt die BGHM vor Brand- und Explosionsgefahr durch die Stäube; dafür gelten besondere Anforderungen an die Absaugung.























