
In der Heimwerkstatt sollten Steckdosen dort sein, wo Werkbank, Maschinen und Ladegeräte stehen. Wie viele du brauchst, hängt davon ab, welche Geräte gleichzeitig laufen und wie die Elektroinstallation aufgebaut ist. Neue Steckdosen und Änderungen an der festen Verkabelung überlässt du einer Elektrofachkraft.
Plane feste Anschlüsse so, dass du möglichst wenige Verlängerungskabel brauchst. Plane auch ein, wie viel Strom die Geräte brauchen, wo Kabel sicher verlaufen und wo Licht nötig ist. So liegen weniger Kabel auf dem Boden, und du bemerkst eher, wenn eine Elektrofachkraft die vorhandene Anlage prüfen sollte.
Steckdosen nach Arbeitsplätzen planen
Beginne mit einer Skizze deiner Werkstatt. Zeichne Werkbank, stationäre Maschinen, Ladeplätze und mögliche Arbeitsbereiche ein. Notiere für jeden Bereich, welche Geräte dort regelmäßig stehen und welche davon gleichzeitig laufen. Die Angaben auf den Typenschildern helfen dir einzuschätzen, wie viel Strom die Geräte brauchen.
Setze Steckdosen an gut erreichbare Stellen, an denen Stecker weder von Werkstücken verdeckt noch durch Späne oder bewegliche Maschinenteile gefährdet werden. An der Werkbank sind mehrere Anschlusspunkte oft praktischer als eine einzelne Steckdose, die ständig mit einer Leiste oder Verlängerung ergänzt wird. Für Maschinen mit festem Standort planst du den Anschluss möglichst in der Nähe ein.
Eine allgemeingültige Zahl von Steckdosen pro Quadratmeter oder pro Werkbank gibt es nicht. Auch mehrere Steckdosen an einer Wand bedeuten nicht automatisch, dass jede davon unabhängig die volle Leistung bereitstellt. Sie können zum selben Stromkreis gehören. Ein Stromkreis ist der Teil der Elektroinstallation, den ein gemeinsamer Schutzschalter absichert. Eine Elektrofachkraft beurteilt, ob die vorhandene Anlage für die geplanten Geräte ausreicht und wie zusätzliche Anschlüsse sinnvoll aufgeteilt werden.
RCD und Leitungsschutzschalter
Ein Leitungsschutzschalter, umgangssprachlich oft Sicherung genannt, schützt Leitungen vor zu hohem Strom. Ein FI-Schalter, fachlich Fehlerstrom-Schutzschalter oder RCD, erkennt Fehlerströme und schaltet den Stromkreis ab. Beide schützen auf unterschiedliche Weise. Ein RCD ersetzt den Leitungsschutzschalter nicht.
Der VDE nennt für RCDs im Haushalt einen Bemessungsdifferenzstrom von höchstens 30 Milliampere. Das ist der Fehlerstrom, bei dem der RCD auslöst. Der VDE empfiehlt außerdem einen zusätzlichen RCD-Schutz, um die Sicherheit zu erhöhen. Ob deine Werkstatt ausreichend geschützt ist, hängt aber von der konkreten Anlage ab. Kennst du die Installation nicht, lass eine Elektrofachkraft den Zustand prüfen. Häufig auslösende Schutzschalter sind ebenfalls ein Grund für eine Prüfung. Das gilt auch, wenn du neue Anschlüsse brauchst. Vorgaben für Baustellen und gewerbliche Arbeitsplätze gelten nicht automatisch in gleicher Weise für eine private Werkstatt.
Verlängerungen passend auswählen
Prüfe bei Verlängerungskabeln und Kabeltrommeln die Angaben zu zulässiger Leistung und Einsatzbereich. Das gilt ebenso für Steckdosenleisten. Orientiere dich an den Angaben auf dem Etikett des jeweiligen Produkts. Für Mehrfachsteckdosen ist die zulässige Gesamtleistung des konkreten Produkts maßgeblich; daraus folgt keine pauschale Belastbarkeit für den gesamten Werkstattstromkreis.
Schalte Mehrfachsteckdosen niemals hintereinander. Die Steckdosenleisten können dabei überlasten und heiß werden. Wenn du für den Alltag mehrere Leisten oder lange Verlängerungen brauchst, lass stattdessen den Anschlussbedarf und die Installation prüfen.
Bei Kabeltrommeln hältst du dich an die Herstellerangaben und rollst die Leitung bei hoher Last vollständig ab. Eine aufgerollte Leitung kann sich unter Belastung erwärmen. Für den Außenbereich müssen Kabel und Trommeln ausdrücklich geeignet sein; der VDE nennt dafür unter anderem die Schutzart IP44. Diese Anforderung gilt nicht pauschal für jede trockene Innenwerkstatt. Bei Staub, Feuchtigkeit oder starker mechanischer Beanspruchung muss das Betriebsmittel zum tatsächlichen Einsatz passen.
Kabel aus Laufwegen halten
Führe Leitungen möglichst an Wänden oder Werkbankkanten entlang. So bleiben Laufwege frei und Kabel geraten seltener unter Werkstücke oder in bewegliche Maschinenteile. Halte sie außerdem von heißen Flächen und scharfen Kanten fern. Lege eine Leitung weder unter eine Tür noch unter eine schwere Maschine.
Muss ein Kabel vorübergehend einen Weg kreuzen, sichere es mit einer geeigneten Kabelbrücke oder einem passenden mechanischen Schutz. Prüfe Kabel und Stecker vor der Benutzung auf Risse, Quetschungen und lockere Kontakte. Beschädigte Leitungen nimmst du außer Betrieb, statt sie provisorisch weiterzuverwenden oder selbst zu reparieren.
Arbeitslicht an der Aufgabe ausrichten
Kombiniere eine gleichmäßige Grundbeleuchtung mit einer Leuchte direkt am Arbeitsplatz. Positioniere das Arbeitslicht so, dass deine Hände und das Werkstück nicht unnötig Schatten werfen. Richte die Leuchte so aus, dass sie dich nicht blendet und sich nicht störend auf glänzenden Werkstücken spiegelt.
Für gewerbliche Arbeitsstätten nennt die Technische Regel ASR A3.4 Mindestwerte für bestimmte Tätigkeiten. Dazu gehören beispielsweise 300 Lux für grobe und mittlere Maschinenarbeiten, 500 Lux für feine Maschinenarbeiten und 750 Lux für Anreiß- und Kontrollarbeiten. Diese Werte beziehen sich auf die genannten Tätigkeiten in Arbeitsstätten. Für eine private Hobbywerkstatt sind sie eine Orientierung, aber keine pauschale rechtliche Vorgabe für jede Werkbank.
Warnzeichen an Steckdosen und Kabeln
Wenn ein Stecker oder eine Steckdosenleiste ungewöhnlich warm wird, ein Gerät auffällig riecht oder ein Kontakt wackelt, beendest du die Nutzung. Löst ein Schutzschalter aus, schaltest du ihn nicht einfach wiederholt ein. Lass die Ursache klären, bevor du die betroffenen Geräte oder Anschlüsse weiterverwendest.
Neue Steckdosen, Änderungen an Leitungen und Arbeiten am Verteiler überlässt du einer Elektrofachkraft. Du kannst die Planung vorbereiten, indem du Arbeitsplätze einzeichnest, Gerätedaten zusammenträgst und notierst, welche Maschinen gleichzeitig laufen. Damit kann die Fachkraft prüfen, ob die Anlage für deine Geräte reicht und welche Erweiterungen nötig sind.
Quellen
- DGUV: FB BAU, FAQ Sachgebiet "Gebäudereinigung"
- Auswahl und Betrieb ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel nach Einsatzbedingungen | DGUV Publikationen
- BGI 5191
- ASR A3.4 Beleuchtung und Sichtverbindung
- Beleuchtung/Licht - Beleuchtung/Licht
- Technische Regeln für Arbeitsstätten (ASR) - ASR A3.4 Beleuchtung und Sichtverbindung
- DGUV Information 209-015 „Instandhaltung – sicher und praxisgerecht durchführen“
- DGUV Information 208-008 "Roste - Montage"
