Wasserwaage

Wie man alles ins Lot bringt

Die Wasserwaage ist ein Werkzeug, um die waagerechte und senkrechte Ausrichtung eines Gegenstands zu überprüfen. Wesentlicher Bestandteil des Geräts ist die sogenannte Libelle. Bei der Libelle handelt es sich um eine von Flüssigkeit eingefasste Luftblase. Links und rechts der Libelle sind Markierungen angebracht. Üblicherweise zeigen diese Striche eine Abweichung von einem Grad an.

Wie genau misst die Wasserwaage?

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Die Wasserwaage kann zweierlei Maße angeben. Zum einen gibt es Geräte, die den Winkel eines Gefälles in Grad messen. Andere Waagen wiederum benennen, wie viel Millimeter der Höhenunterschied ausmacht, wenn man den Wert auf eine Wegstrecke von einem Meter umrechnet. Präzise arbeitende Wasserwaagen können Abweichungen von einem 1 Millimeter pro Meter feststellen. Das entspricht einem Winkel von 0,057°. Die Hersteller lassen sich die Messgenauigkeit ihrer Modelle meist per Gütesiegel von einem amtlichen Prüfamt bescheinigen.

Die Genauigkeit hängt dabei von mehreren Faktoren ab. Wie ist die Qualität der Libelle beschaffen? Wie exakt ist das Gehäuse verarbeitet? Die Auflageflächen müssen selbstverständlich absolut plan sein, die Kanten genau im rechten Winkel verlaufen. Zudem sollte die Oberfläche robust genug sein, um leichteren Verschmutzungen, Regen oder einem Stoß zu trotzen. In der Regel verwenden die Hersteller für das Gehäuse deshalb Aluminium, stabilen Kunststoff oder Hartholz, das wasserunempfindlich ist.

Nicht immer trägt der Werkzeugfabrikant die Schuld für eventuelle Fehler. Wer mit seiner Wasserwaage nicht pfleglich umgeht, muss sich nicht wundern, wenn sie falsche Daten anzeigt. Ein typisches Beispiel für einen unsachgemäßen Umgang: Jemand setzt eine Holzwasserwaage permanent der Nässe oder Feuchtigkeit aus. Irgendwann verzieht sich dadurch der Rahmen oder die Auflagesohle wird wellig. Bei anderen Geräten können extreme Hitze oder massive Schläge zu Beschädigungen führen. Die Waage sollte deshalb an einem trocknen Ort gelagert werden, an dem man beispielsweise seine Werkbank untergebracht hat oder wo man sein übriges Werkzeug wie Schraubenzieher, Hammer und Bohrmaschine aufbewahrt.

Der Klassiker unter den Wasserwaagen

Zu den beliebtesten Wasserwaagen zählen die sogenannten Maurerwaagen, die man auch Richtwaagen nennt. Sie sind zwischen 30 cm und 2 Meter lang und haben die Form einer Latte. Es gibt Modelle, die nur über eine einzelne Libelle verfügen. Die meisten Maurerwaagen sind jedoch mit zwei oder drei Libellen ausgestattet.

Wenn zwei Libellen eingebaut sind, dann misst man mit der ersten die horizontale Ausrichtung, während die zweite gleichzeitig die senkrechte Lage angibt. Ist eine dritte Libelle vorhanden, so zeigt sie in der Regel eine bestimmte Winkelneigung an. Üblich sind ein 45°- oder 2°-Winkel. Solche Maße benötigt man beispielsweise, um das Gefälle eines Abwasserrohrs zu überprüfen. Die hochwertigeren Geräte bieten zudem drehbare Libellen. An einer Skala lässt sich der gewünschte Winkel per Hand frei einstellen.

Schlauch- und Schnurwasserwaagen

Die herkömmliche Wasserwaage dient nur dazu, Mauersteine, Balken, Rohre und andere einzelne Bauteile in die Waage zu bekommen. Sie kann letztlich nur das Gefälle für eine kurze Wegstrecke bestimmen. Diese Wegstrecke entspricht der Länge der Waage. Wie behilft man sich aber, wenn man beispielsweise größere Bauteile wie eine komplette Mauer vermessen will? Zu diesem Zweck sind spezielle Waagen entwickelt worden. Dazu zählen die Laserwasserwaage, die Pfostenwasserwaage, die Schlauchwaage und die Schnurwasserwaage.

Die Schnurwasserwaage setzt man ein, um eine komplette Wand gerade auszurichten. Die Libelle ist einem kleinen Plastikgehäuse untergebracht, an dessen beiden Ecken jeweils eine Öse vorhanden ist. Durch diese Ösen zieht man eine Schnur hindurch. Die Enden der Schnur befestigt man dann an den Ecken der Wand. Die Libelle sollte sich möglichst in der Mitte der Schnur befinden, die Schnur sehr stramm gezogen sein. Diese Messmethode ist allerdings nicht sonderlich genau. Gerade auf längere Distanz hängt die Schnur fast zwangsläufig etwas durch. Dazu rüttelt der Wind an der freischwingenden Libelle. Die Messdaten können also nur zur groben Orientierung dienen.

Das Höhenniveau einer Wand misst man deshalb alternativ mit einer wesentlich genaueren Schlauchwaage aus. Dabei handelt es sich um einen durchsichtigen Plastikschlauch, der teilweise mit einer Flüssigkeit gefüllt ist. Steht man auf einer ebenen Fläche und hält die beiden Schlauchenden hoch, so steht die Flüssigkeit auf beiden Seiten auf der gleichen Höhe. Der Nachteil: Um eine Schlauchwaage zu bedienen, benötigt man zwei Personen.

Pfosten- und Laserwasserwaagen

Die Pfostenwasserwaage ist für die Ausrichtung von eckigen Holzpfosten gedacht, wie es der Name schon zu erkennen gibt. Sie besitzt nicht die typische Lattenform, sondern lässt sich an einem Scharnier in zwei Teile aufklappen. Somit kann man einen Pfosten oder Balken an einer Ecke umschließen. Auf beiden Teilstücken sind jeweils Libellen angebracht.

Die modernste Entwicklung stellen die Laserwasserwaagen dar. In diese Geräte sind eine Linse, eine Laserdiode und eine Steuereinheit eingebaut. Der Laserstrahl verläuft parallel zur Sohle der Waage. Dank der Steuerelektronik lässt sich der Laserstrahl genau ausrichten und fokussieren. Mit diesem Werkzeug lassen sich wesentlich größere Entfernungen vermessen. Die Reichweite beträgt bei guten Laserwasserwaagen bis zu 30 oder 40 Metern.

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