Schraubenschlüssel

Von Ratsche bis Engländer: Schraubenschlüssel

Die Aufgabe eines Schraubenschlüssels ist es Schrauben und Muttern zu lösen oder festzuziehen. Weil er seinem Benutzer zu einem größeren Hebel verhilft, gelingt es die Drehkraft zu bündeln. Schrauben, die mit bloßer Hand nicht zu bewegen wären, lassen sich mit einem Schlüssel kinderleicht öffnen. Um für jede Schraubengröße den passenden Schlüssel parat zu haben, werden diese in unterschiedlichen Schlüsselweiten hergestellt. Ähnlich einem Drehmomentschlüssel passt sich das Werkzeug exakt an die Schraube an und überträgt die Drehung auf mehrere unterschiedliche Punkte.

Baumarkt

Um für jede Schraube und Mutter den idealsten Schlüssel zur Verfügung zu haben, werden die Exemplare in variablen Größen hergestellt. Die Kleinsten unter ihnen besitzen die Schlüsselweite 4. Dies bedeutet, dass zwischen den beiden parallel verlaufenden Greifflächen lediglich ein Abstand von 4 Millimetern besteht. In jedem Werkzeugkoffer eines Baumarktes sind zumindest Schlüsselweiten zwischen 14 und 22 enthalten. Der wahrscheinlich am meisten benutzte unter ihnen ist der 17er. Er trägt im Volksmund den Beinamen Flaschenöffner, weil sich mit ihm auch ein Kronkorken öffnen lassen würde. Schraubenschlüssel mit über 32 Millimetern Freiraum sind eher selten in privaten Garagen zu finden. Sie werden fast ausschließlich von spezialisierten Berufsgruppen verwendet und können bis zur Größe 145 gehen.

Schraubenschlüssel
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Die Aufgabe eines Schraubenschlüssels ist es Schrauben und Muttern zu lösen oder festzuziehen.

Die Vielfalt der Schraubenschlüssel

Bei den gängigsten Modellen handelt es sich entweder um Doppelmaul- oder Ringschraubenschlüssel. Erstere besitzen an ihren Enden zwei unterschiedlich große Mäuler und sind jeweils um 15 Prozent abgewinkelt. Damit wird das Agieren an beengten Arbeitsplätzen erleichtert. Beim Ringschraubenschlüssel ist zusätzlich zum Maulschlüssel ein zu einem Kreis gebogenes Sechskantprofil angebracht. Da der Schraubenschlüssel so von allen Seiten auf die Schraube einwirkt, garantiert er ein schnelles und effizientes Arbeiten. Allerdings ist der Ring nur dann zu verwenden, wenn die Schraube keinerlei Beschädigung aufweist und nicht oxidiert, sprich verrostet ist. Sonst greift er nicht richtig und es könnte zu Verletzungen kommen.

Engländer und Franzosen passen sich hingegen an jede Schrauben- und Mutterngröße an, da sie verstellbar sind. Wie bei einer Zange ist ihr Maul flexibel erweiterbar. Der Franzose hat den Vorteil, zu beiden Seiten eine Aussparung zu haben; allerdings ist er deshalb auf kleinen Flächen nur schlecht einsetzbar. Der Engländer verfügt lediglich über ein Schlüsselmaul, ist daher handlicher und für vom Rostfraß geschundene Schrauben geradezu ideal. Vormals waren Schrauben nicht wie heute genormt. Wer ein älteres Modell zu öffnen versucht, wird froh um die regulierbaren Mäuler sein. Ist eine Ratsche, also ein Freilauf in den Schlüssel integriert, muss man nicht händisch Nachsetzen und kann rascher und kraftsparender schrauben.

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