Schrauben

Sie halten die Welt zusammen: Schrauben

Kein Bauwerk, kein Kleiderschrank und nicht einmal eine Uhr würde ohne sie auskommen: Schrauben. Ob im professionellen Handwerk oder auf der heimischen Werkbank, sie spielen eine große Rolle und sorgen dafür, dass Regale, Spiegel und Einbauküchen an Ort und Stelle bleiben. Aufgrund ihrer vielfältigen Einsatzmöglichkeiten existieren zahllose Formen, Materialen und Größen. Holz- und Metallschrauben meinen die wohl am meisten verwendeten Typen dieser Werkzeugklasse. Eine der beiden Bezeichnungen ist allerdings irreführend.

Holzschrauben werden nicht aus Holz hergestellt. Sie bestehen, wie fast alle Schrauben aus Metall. Doch lässt sich mit ihnen hervorragend Holz bearbeiten. Metallschrauben finden hauptsächlich, wie ihr Name bereits andeutet, in der Metallverzahnung Verwendung.

Holz- und Metallschrauben: Optische Unterscheidungsmerkmale

Baumarkt

Halten Sie eine konisch zulaufende Schraube in Händen, handelt es sich um eine Holzschraube. Deren wichtigste Aufgabe ist es, sich mit der Spanpressplatte oder dem Stück Fichtenholz so zu verbinden, sodass der daran befestige Gegenstand nicht herunterfällt, herausbricht oder sonst irgendwie abhanden kommt. Die Schraube verzahnt sich mit dem hölzernen Objekt, schneidet sich also selbstständig in dieses hinein und findet damit sicheren Halt. Holzschrauben besitzen ein spitzes Ende und das Gewinde ist in der Regel etwas breiter gefräst. Anders bei den zylindrischen Metallschrauben. Weil sich Metall nicht vom Gewinde einer kleinen Schraube beeindrucken lassen würde, muss vor der Verschraubung ein Loch gebohrt werden. Durch jenes wird die Metallschraube gesteckt und mit der sogenannten Schraubenmutter fixiert. Die beiden arbeiten als Gegenspieler und machen es möglich, zwei Metallplatten miteinander zu verbinden.

Schrauben
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Es gibt beispielsweise Schrauben mit einem Schlitz-, Kreuz-, Kreuzschlitz-, Vierkant- oder Sechskantkopfantrieb.

Da sich Hauswände weder von einer Schraube schneiden lassen und an ihnen auch nicht mit Muttern gearbeitet werden kann, benötigt man in diesem Zusammenhang sogenannte Schraubdübel. Jene sind aus Plastik, bilden das Gegengewinde zur Schraube und stellen sicher, dass Bilder und Garderoben nicht von den Wänden fallen. An diesem Beispiel wird die Wichtigkeit des Schraubgewindes deutlich. Es benötigt unbedingt einen Gegenspieler. Aus dieser Tatsache resultiert auch der Name Schraube. Zwei gegensätzliche Dinge werden ineinander und hoffentlich unauflöslich verschraubt. Damit dies auch tatsächlich gelingt, ist eine gewissenhafte Materialauswahl besonders wichtig. Heimwerker- und Baumärkte halten ein riesiges Schraubensortiment bereit und verkaufen Exemplare aus Kupfer, Messing oder Stahl, seltener aus Plastik.

Die Vielfalt der Antriebe

Es gibt beispielsweise Schrauben mit einem Schlitz-, Kreuz-, Kreuzschlitz-, Vierkant- oder Sechskantkopfantrieb. Für Heimwerker sind die drei Erstgenannten von essentieller Bedeutung. Die am meisten verwendete Form meint die Kreuzschlitzvariante, da an ihr mit einem wie auch immer gearteten Schraubenzieher gearbeitet werden kann. Wer sich weniger anstrengen möchte oder im großen Stil Dinge verschraubt, verwendet einen Akkubohrer. Per Knopfdruck lässt er die Schraube im Holz verschwinden. An PKW-Rädern finden sich zumeist Sechskantschrauben mit einem glatten Kopf. Weil die Verstrebung hohen Geschwindigkeiten standhalten muss, braucht ihre Fixierung einen enormen Kraftaufwand. Mit einem Schraubenzieher kommen Heimwerken hier keinen Schritt weiter. Schraubenschlüssel jedoch öffnen die nicht selten angerostete Verbindung scheinbar mühelos und passen sich in ihrer Schlüsselweite den genormten Schrauben perfekt an.

Nebst ihren ganz unterschiedlichen Verwendungszwecken zeigt sich die Schraube auch in Puncto Länge als echtes Multitalent. Computer- und Uhrmacherschrauben sind oft nur wenige Millimeter lang, wohingegen manche Metallschraube einen Durchmesser von mehreren Zentimetern haben kann. Klassische, im Einzelhandel häufig veräußerte Modelle sind zwischen 1,2 und 7 Zentimetern lang und haben einen Kopfdurchmesser von 3,5 bis 5,5 Millimetern. So unterschiedlich breit und lang die Schrauben auch sein mögen, sie alle sind aus Draht hergestellt. Dieser wird in eine Maschine eingespannt und anschließend in der gewünschten Länge abgeschnitten. Nun erfolgt die Stauchung des Drahtes. Ein maschinell betriebener Hammer schlägt auf die verstauchte Stelle und macht daraus den Schraubenkopf mitsamt der charakteristischen Kreuzform. Soll die Schraube einen Schlitz haben, wird der Hammer um eine Fräse ergänzt.

Seit wann schraubt die Menschheit?

Das erste schraubenähnliche Konstrukt der Welt stand im alten Babylon und stellte vermutlich die Wasserversorgung der berühmten Hängenden Gärten sicher. Die sogenannte Archimedische Schraube wurde im 7. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung erfunden und funktionierte im Prinzip genauso, wie hochtechnisierte Holzschrauben dies heutzutage tun. Nur war der Verwendungszweck ein gänzlich anderer. Knapp 600 Jahre später erkannte man, dass die Schraube als Verbindungselement hervorragend geeignet ist und schon im Mittelalter verwendeten die Architekten der großen Kirchenbauten Metallschrauben. Seit dem Zweiten Weltkrieg werden international genormte Schrauben hergestellt. So spielt es keine Rolle, in welchem Land Sie einen Baumarkt aufsuchen oder wo Ihre Internetbestellung angenommen wird. Alle Modelle sind gleichgroß und passen garantiert zu Ihren Muttern und Dübeln.

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