Drehmomentschlüssel

Gebündelte Kraft: Der Drehmomentschlüssel

Mit einem Drehmomentschlüssel ist es möglich genau zu bestimmen, mit wie viel Kraft eine Schraube oder Mutter festgezurrt wird. Ist es bei einem Schraubenschlüssel von der physischen Konstitution des Handwerkers abhängig, ob fest genug oder eventuell auch zu straff angeschraubt wurde, lässt sich das Drehmoment mit jenem Werkzeug genau steuern. Automobilhersteller geben dieser Tage exakt an, welche Newtonmeter für welchen Fahrzeugtyp ideal sind. Deshalb müssen Mechaniker für die Reifenmontage einen Drehmomentschlüssel verwenden. Andernfalls könnte es zu einem Bruch der Radschrauben kommen.

Die Folgen wären fatal.

Baumarkt

Nicht zu fest aber auch niemals zu locker sollten die Schrauben in der Mikroindustrie sitzen. Empfindliche halbleiterbestückte Platinen verlangen nach einem genau festgelegten Kraftaufwand. Für diese Branche stellt man spezielle Schlüssel in Miniaturformat her. Eine zu strenge Verschraubung würde zur Beschädigung teurer Teile führen. Dies könnte beispielsweise für Mobiltelefonhersteller immense Verluste bedeuten. Je länger der Schlüssel, desto höher ist natürlich der Newtonwert, der erreicht werden kann. Rein theoretisch sind Werkzeuge bis zu 1,5 Meter Länge zu erwerben. Mit ihnen würde man unvorstellbare 1500 Newtonmeter erzeugen. Ähnlich wie einem Meißel oder einer Zange leidet aber bei zunehmender Größe die Präzision. Praktisch werden Schlüssel bis zu maximal 1,3 Meter verwendet. Für den gängigen Gebrauch stehen Exemplare von 10 bis 50 Zentimeter zur Verfügung.

Drehmomentschlüssel
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Jeder Drehmomentschlüssel besitzt an seinem Griff eine Skala.

Unterschiedliche Typen und die Skala

Jeder Drehmomentschlüssel besitzt an seinem Griff eine Skala. Auf dieser wird angezeigt, mit welchem Kraftaufwand die Schraube nun angezogen wird. Der gewünschte Wert ist vorab händisch einstellbar. Erreicht der Arbeiter das Drehmoment, knickt der Schlüssel durch. Ein Überdrehen der Schraube ist Ihnen deshalb unmöglich. Dieser mechanische Knickschlüssel verlangt vom Benutzer kaum Vorkenntnisse und ist relativ leicht zu bedienen. Anders der Knackschüssel. Bei ihm kommt es zu einem Auslösesignal, das vom Handwerker gestoppt werden muss. Dazu braucht es sachkundige Kenntnisse. Bei den auslösenden Drehmomentschlüsseln handelt es sich zumeist um verchromte Stahlrohre, auf deren Spitze die sogenannte Stecknuss sitzt. Diese sind in jedem Baumarkt in unterschiedlichen, genormten Größen zu erwerben. Meist werden sie in einem Steckschlüsselsatz angeboten.

Keinen körperlichen Aufwand braucht die Benutzung eines elektronischen Drehmomentschlüssels. Das Werkzeug ist mit einem Display ausgestattet, auf dem der einprogrammierte Höchstwert zu lesen ist. Erreicht der Arbeiter diesen, ertönt ein Signal und das Drehmoment setzt aus. Firmen, die sich der Qualitätssicherung unterworfen haben benutzten bevorzugt diese Methode, da sich mit ihr die fachgerechte Handhabung auch protokollarisch beweisen lässt. Wer sich weder auf den Menschen noch auf die Maschine verlassen will, kauft die mechatronische Variante, die die elektronische und mechanische Messung kombiniert.

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