Beitel

Wo der Beitel ist, fliegen Späne

Einen Beitel setzt man in der Holzbearbeitung ein. Der Holzbeitel besteht oben aus einem Handgriff, der entweder aus Holz oder Kunststoff gearbeitet ist, und unten aus einem Eisen, das an der Spitze über eine geschärfte Klinge verfügt. Man schlägt mit einem Holzhammer auf das obere Griffende und treibt so das Eisen im Holz voran. Je nach Beschaffenheit des Eisens lassen sich mit dieser Methode Späne in unterschiedlicher Größe und Form aus dem Holz herausschlagen. Im Unterschied zum Hobel und Elektrohobel, die das Holz eher flächig abtragen, nutzt man den Holzbeitel, um präzise in die Tiefe zu arbeiten.

Damit der Griff durch die Schläge nicht beschädigt wird und auseinanderreißt, hält ihn oben und unten jeweils ein Metallring zusammen. Den oberen Ring nennt man Schlagring, den unteren Zwinge.

Baumarkt

Im Baumarkt findet man ein breites Sortiment an Beitel, die für verschiedene Einsatzzwecke gedacht sind. Bei den Stemmeisen, Flacheisen oder Stecheisen handelt es sich um größere Holzbeitel. Die Kante des Eisens verläuft in aller Regel gerade, manchmal auch leicht abgeschrägt. Damit lassen sich insbesondere spitze Ecken ausstechen, die man zum Beispiel bei Zinkverbindungen zweier Bretter benötigt. Dieses Verzinken zweier Ecken ermöglicht eine wesentlich stabilere Verbindung, als es mit Holzdübeln, Leimen oder Schrauben möglich ist. Die Breiten der Stemmeisen, die man im Baumarkt kaufen kann, sind genormt und betragen zwischen 4 und 40 Millimetern. Von der Gesamtgröße ähneln diese Werkzeuge einem normalen Schraubenzieher und passt somit hervorragend in jeden Werkzeugkoffer.

Beitel
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Einen Beitel setzt man in der Holzbearbeitung ein.

Die Beitel für Spezialisten

Darüber hinaus gibt es Hohlbeitel, mit denen man konkave Vertiefungen im Holz ausstechen kann. Die Eisen sind annähernd halbkreisförmig, der Innenradius kann zwischen 3 und 25 Millimetern liegen. Beim Schärfen der Hohlbeitel muss man aufpassen, dass man immer von außen nach innen arbeitet. Der Lochbeitel wiederum ähnelt dem Stemmeisen, ist aber speziell zum Aushöhlen von Zapflöchern konzipiert, die man bei einer Zapfenverbindung benötigt. Die Zapfenverbindung setzt man beispielsweise beim Fensterbau oder Dachausbau ein, wenn man die Dachbalken miteinander verbinden möchte. Die vordere Seite des Lochbeitels ist etwas schmaler als die Hinterseite, damit keine seitliche Reibung entsteht.

Speziell die Dachbalken verfügen gewöhnlich über sehr tiefe Zapflöcher. Deshalb benutzen Zimmermänner neben einem Lochbeitel zusätzlich einen Kantenbeitel, der ein tiefes Ausstemmen ermöglicht. Genau wie beim Lochbeitel fällt die Vorderseite schmaler aus. Dadurch entstehen an der Seite schräge Kanten, die noch größer als beim Lochbeitel ausfallen und denen der Beitel seinen Namen verdankt. Eine weitere Spezialform ist das Dreheisen oder der Drechselbeitel. Man verwendet dieses Beitel an der Drechselbank. Für diesen Holzbeitel benötigt man keinen Schlaghammer, da sich das Holzstück auf der Bank dreht. Man hält das Dreheisen einfach an den rotierenden Holzstab und schneidet damit die Späne heraus.

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